Protokoll AG Radverkehr 9. 12. 2015

Treffen am 9. 12. 2015, 18–20 Uhr, Umweltstation Würzburg
Anwesende: Hans-Jürgen Beck, Thorsten Becker, Bas Bergervoet, Manfred Dürr, Jochen Kleinhenz, Aljoscha Labeille, Peter Lelowski, Christian Loos, Matthias Pflanz, Matias Schwabenländer, Claudius Stanke, Oliver Zientarski

  1. Begrüßung
    und kurze Vorstellungsrunde für die »Neuen«.
  2. AG Radverkehr intern
    Bas Bergervoet regt an, dass Tagesordnungspunkte künftig 8 Tage vor dem nächsten Treffen eingereicht werden.
  3. Rückmeldung AGFK
    Kurzer Bericht von Hans-Jürgen Beck, der in Kontakt mit der AGFK steht. Inzwischen hat ein Telefonat von Herrn Neubauer (AGFK) mit Herrn Düthmann stattgefunden, in dem Düthmann die problematischen/unklaren Zuständigkeiten innerhalb der Stadtverwaltung beim Thema Radverkehrsförderung dargelegt hat. Die Radverkehrsförderung soll in Würzburg – in absehbarerer Zeit – soweit vorankommen, dass in einer AGFK-Hauptbereisung eine Anerkennung zur »Fahrrafreundlichen Stadt« möglich ist. Perfekt brauchen die Radverkehrsverhältnsse auch da nicht zu sein, das ist nirgendwo gegeben, aber auf einem guten Weg gebracht müssen sie sein …
  4. Schreiben von OB Schuchardt an VCD
    Diskussion der Antwort von OB Schuchardt an VCD. Dem vorausgegangen war ein Schreiben des VCD, in dem die Löwenbrückenplanung der FA Tiefbau unter Bezug auf die gängigen regelwerke (StVO, ERA, RaSt) kritisiert und »unsere« Alternative (Schutzstreifen statt gegenläufiger Radweg auf der Brücke, Gleisverlegung, Radverkehr auf der Fahrbahn etc.) detailliert vorgestellt wurde. Manfred Dürr und Aljoscha Labeille bezogen Stellung zu den Kritikpunkten des OB:
    Schutzstreifen wären nicht möglich …
    richtig: kein Verkehrsaufkommen mehr relevant für Schutzstreifeneinrichtung (StVO-Novelle)
    einzelne Vorschläge wären nicht umsetzbar …
    richtig: bautechnische Detailfragen werden von OB/FA Tiefbau gegen grundsätzliche verkehrstechnische Überlegungen ausgespielt
    mangelnde »Kompromissbereitschaft« der Radverkehrsaktiven und Verbände …
    richtig: gängige Regelwerke sind der Kompromiss, keine Maximalforderungen von Verbänden
    Grundsätzlich bleibt festzuhalten: OB Schuchardt nimmt Bezug auf Vorschläge und lehnt diese ab, anstatt die generelle Kritik zu erkennen und anzunehmen. Darüber hinaus stellt er sich nun deutlich hinter die Verwaltung, die von uns permanent kritisiert wird.
    Eine Antwort auf dieses Schreiben des OB soll von allen Verbänden inkl. AG Radverkehr verfasst werden, um mehr personelles Gewicht zu erreichen. Claudius Stanke will die Antwort auf Löwenbrücke (Querung / Kreuzungsbereich / Rampe) beschränken – keine Stellungnahme zu Kreuzung Leistenstraße und Rampe/Auffahrt Brücke. Eine gemeinsame Stellungnahme der Verbände soll umgehend erstellt werden, inkl. einer Auflistung der FA Tiefbau-Aktivitäten (Bilanz seit Stadtratsbeschlüssen zu Radverkehrsförderung und AGFK-Mitgliedschaft).
  5. FA Tiefbau
    Wiederum Diskussion über Verhalten, Argumentation und Planungen/Ausführungen der FA Tiefbau in der letzten Zeit: Hier findet sich keinerlei Bereitschaft für Kompromisse oder Kooperation mit den Verbänden, Kritik wird weder erkannt noch ernst genommen. Beispiel Versbach: Vorschläge, die von OB Schuchardt/Herrn Düthmann beim Versbacher Fahrradsonntag offen aufgenommen wurden, wurden mittlerweile komplett abgebügelt, keinerlei Bereitschaft, offensichtlich überdimensionierte Flächen für KFZ-Verkehr dem Radverkehr zuzuweisen.
    Diskutiert wurde auch eine Strategieänderung – wir müssen mehr »Masse erzeugen« (Thorsten Becker, Bas Bergervoet), evtl. über soziale Medien. Manfred Dürr sieht keine Mehrheit unter Radfahrern für zeitgemäße Radverkehrsführung, gefühlte Sicherheit wird immer noch der echten Sicherheit vorgezogen (Radweg abseits von Autoverkehr präferiert gegenüber Schutzstreifen).
    Peter Lelowski betonte, wie gut die Hauptroute 1 in der Franz-Ludwigstr. funktionieren würde – ein positives Beispiel für Nutzen von Schutzstreifen. Seiner Meinung nach müsste die Stadtplanung deutlich aufgewertet werden, FA Tiefbau dann für Umsetzung zuständig, aber nicht mehr für Planung (die im großen Maßstab nicht stattfindet, sondern immer nur aus technischen Detaillösungen besteht, anstatt Verkehr auf Jahre/Jahrzehnte im VOraus zu steuern).
    Aljoscha Labeille betonte erneut, dass laut Stadtratsbeschluss ERA, RaST und Radlhandbuch Bayern als Planungsgrundlage verbindlich sein sollten und die darin formulierten Vorgaben einfach nur eingehalten werden müssten – FA Tiefbau bezeichnet diese immer wieder als unverbindliche Empfehlungen. Christian Loos schlägt vor, Stadträte einzuladen zu den AG-Treffen und ihnen die vom Stadtrat selbst beschlossene Radverkehrsförderung plausibel darzulegen; evtl. sollte man Wanderausstellungen (AGFK, Kopenhagen) nach Würzburg holen. Auch bei den anstehenden Neujahrsempfängen der Parteien sollten Radverkehrsaktive teilnehmen und dort Lobbyarbeit leisten.
  6. Öffentlichkeitsarbeit
    Wie sinnvoll ist eine App bzw. ein Online-Tool für Problemstellen des Radverkehrs in Würzburg? Beispiel: Wegeheld-App (nur Android), teilweise häufig angewendet (Matias Schwabenländer). Ordungsamt ignoriert Anzeigen von Privatleuten bzw. solchen Tools. Manfred Dürr hält so ein Tool als Arbeitsgrundlage für unsere Zwecke für ungeeignet (es wäre ein Rückschritt hinter unseren derzeitigen Stand, Problemstellen nicht mehr nur zu benennen, sondern mit konkreten Vorschlägen Lösungen anzuregen). Als PR-Maßnahme und Einbindung von (Alltags-)Radlern könnte so ein Tool jedoch funktionieren und mehr Radfahrende sensibilisieren. Aljoscha Labeille erwähnte das Beispiel ISEK Lengfeld: Karte mit PINs für neuralgische Punkte, gute Beteiligung von Bürgern. laut Claudius Stanke bietet das »Stadtradeln« ebenfalls eine »Radar«-Funktion für Strecken/Punkte-Markierungen.
    Claudius Stanke meint, wir müssten Schutzstreifen noch mehr bewerben als AG Radverkehr. Manfred Dürr kann sich Berichte über die positive Erfahrung mit Schutzstreifen in Mainpost oder TV-Touring als geeignete Maßnahmen für PR und Aufklärung gut vorstellen.

Nächstes Treffen
12. 1. 2016, 19 Uhr, Umweltstation

Schreibe einen Kommentar