Protokoll AG Radverkehr 18. 11. 2015

Treffen am 18. 11. 2015, 19–20.15 Uhr, Umweltstation Würzburg
Anwesende: Hans-Jürgen Beck, Bas Bergervoet, Manfred Dürr, Jochen Kleinhenz, Christian Loos

1. Treffen der AG Radverkehr

… sollen ab 2016 regelmäßig stattfinden zu einem fixen Termin, um die Planung für alle zu erleichtern. Festgelegt wurde übereinstimmend der zweite Dienstag im Monat, mit Ausnahme des Februars (Faschingsdienstag, deshalb eine Woche früher). Die Termine der nächsten Treffen sind folglich:

2015:
9.12.2015, 18 Uhr, Umweltstation

2016 (2. Di/Monat)
12.1.2016, 19 Uhr, Umweltstation
2.2.2016, 19 Uhr, Umweltstation (ausnahmsweise: 1. Di/Monat)
8.3.2016, 19 Uhr, Umweltstation
12.4.2016, 19 Uhr, Umweltstation
10.5.2016, 19 Uhr, Umweltstation
14.6.2016, 19 Uhr, Umweltstation
12.7.2016, 19 Uhr, Umweltstation
9.8.2016, 19 Uhr, Umweltstation
13.9.2016, 19 Uhr, Umweltstation
11.10.2016, 19 Uhr, Umweltstation
8.11.2016, 19 Uhr, Umweltstation
13.12.2016, 19 Uhr, Umweltstation

2. Stand der Radverkehrsförderung Stadt Würzburg

2.1 Thema Löwenbrücke / Planungsvorschläge FA Tiefbau
Bisher liegen keine weiteren Reaktionen auf die gemeinsame »Stellungnahme von AG Radverkehr, ADFC, VCD und BN zur Planung Löwenbrücke« vor. Ebenfalls keine Reaktion bisher auf das »Gutachten des VCD Mainfranken-Rhön e.V. zu den Plänen einer Radverkehrsanlage im
Bereich Löwenbrücke (Planungsvarianten 0 und 2)«.

2.2 Aktivitäten der Stadt Würzburg
Es herrscht Übereinstimmung, dass das Verhalten der Stadt Würzburg, die Radverkehrsförderung betreffend, allgemein immer noch als unbefriedigend empfunden wird. Kritikpunkte sind im Besonderen die Mängel in der Organisationsstruktur – die Position des Radverkehrsbeauftragten wird als zu schwach/nachrangig eingeschätzt, die Besetzung mit nur einem Mitarbeiter kritisiert (hinzu kommt, dass dieser Mitarbeiter, Herr Weltz, die nächsten Monate krankheitsbedingt vollständig ausfällt und, im Falle einer Genesung, kurz vor dem Ruhestand steht). Hier müsste dringend personell Ersatz geschaffen und die Position des Radverkehrsbeauftragten gestärkt und ausgebaut werden.
Weiterhin wurde kritisiert, dass immer noch zuviel Betonung auf den Möglichkeiten der Radverkehrsförderung liegt (»Wir sind da gut dabei«, »wir sind auf einem guten Weg«, »das kann sich sehen lassen« etc.), sich aber wenig in konkreten, einfachen Maßnahmen niederschlägt (Beispiel: Freigabe von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radverkehr laut Büro Baier bei ca. 80% der Einbahnstraßen problemlos machbar – eine Maßnahme ohne große Kosten für Umbau etc., die aber nicht angegangen wird).
Ebenfalls still geworden ist es um die flächendeckende Einführung von Tempo 30 im Bereich des »Bischofshuts« (Altstadt) – obwohl es schon vor Jahresfrist so klang, als wäre diese schon beschlossen und kurz vor der Umsetzung, hört man inzwischen zu diesem Aspekt gar nichts mehr.
Es wurde auch darüber diskutiert, die Penetranz gegenüber der Stadt Würzburg allgemein und der FA Tiefbau im besonderen zu erhöhen und mehr Druck aufzubauen, evtl. durch Demonstrationen (z.B. Schlachthofkreuzung, vor der Nase von FA Tiefbau). Allgemein herrscht kein Verständnis dafür vor, warum ausgerechnet die Verkehrsteilnehmer, die am wenigsten Lärm, Schmutz und Stau verursachen, permanent v.a. von der FA Tiefbau abgekanzelt und schikaniert werden, während der MIV weiterhin »gefördert« wird (siehe Planung Löwenbrücke/Knoten Leistenstraße). Wir wollen hier auch noch mehr Öffentlichkeit herstellen und für mehr Verbreitung und Wahrnehmung unserer fachlich begründeten Schreiben und Informationen (zur Löwenbrücke oder zu absolut unbefriedigenden Neubaumaßnahmen der letzten Jahre – Valentin-Becker-Kreisel, Theodor-Heuss-Brücke etc.) sorgen.

2.3 Planungsworkshop Zellerau (28.10.2015)
Der Abend am FKG, an dem das Büro Baier den Stand der Planung für die Radachse Frankfurter Straße bis Dreikronenstraße vorstellte, wurde von allen, die dort waren (Bas Bergervoet, Manfred Dürr, Jochen Kleinhenz, Christian Loos), als positiv und ermutigend für den weiteren Verlauf der Radverkehrsförderung eingeschätzt. Bemängelt wurde lediglich, dass wenig Publikum, v.a. wenig spezifisches Publikum (junge Leute, Studierende etc.) an diesem Abend anwesend waren. Veranstaltungen zur Radverkehrsförderung müssten noch stärker in die sozialen Netze getragen und dort bekannt gemacht werden.

2.4 Darstellung des Planungsstands durch Büro Baier bei der letzten RVB-Sitzung (19.10.2015)
Hans-Jürgen Beck bekräftigte noch einmal seine zwischenzeitlich schon geäußerte Kritik an dem bisherigen Stand der Planung durch das Büro Baier. Dieser sei, angesichts des bisherigen Zeitaufwands von über einem Jahr, zu unbefriedigend und enthalte zu viele Fehler, die auf oberflächliche Planung hindeuten (»Planung nach Luftbild«), die mit dem Status Quo wenig zu tun hat. Die Kritik wird teilweise geteilt, aber da es mittlerweile eine Zielvorgabe für die endgültige Präsentation gibt, werden wir die nächste RVB-Sitzung abwarten. Generell wird das Auftreten von Frau Dr. Engelen kritisiert, diese wirke oft genervt und teilweise etwas arrogant.

3. Aktivitäten der AG Radverkehr

3.1 Planung neuer Hauptrouten
Christian Loos regte an, offensiv mit neuen Hauptroutenvorschlägen die Radverkehrsförderung weiter anzutreiben. Eine mögliche »Route 4« könnte von Grombühl zur Stadtmitte hin über Prym-/Semmelstraße führen, die Option, die Semmelstraße als Fahrradstraße einzurichten, sollte geprüft werden. Als weitere neuralgische Route käme die Verbindung B.-Neumann-Promenade-Kapuzinerstr.-Beethovenstr.-Mönchberg in Frage. Hier könnten wir als AG Radverkehr uns noch stärker einbringen.

3.2 Problemstellen deutlicher benennen
Um die Problemstellen für den Radverkehr deutlicher sichtbar zu machen, könnte mit einer App ein Gefahrenatlas erstellt werden – ähnlich wie in München, siehe
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/machen-sie-mit-der-gefahren-atlas-wo-sind-muenchens-strassen-am-
gefaehrlichsten-1.2041670
Dadurch würden sich auch Radfahrende in Würzburg, die bisher wenig Problembewußtsein und Engagement zeigen, besser in die Planung und Diskussion einbinden lassen.

3.3 AG Radverkehr und Radverkehrsbeirat
Generell wird positiv bewertet, dass die AG Radverkehr im sehr heterogen besetzten Radverkehrsbeirat ein wichtiges Korrektiv ist, das bisher für erhöhte Diskussionen gesorgt hat bei Planungen, die vor Jahren vermutlich relativ kritiklos von den Radfahrenden akzeptiert wurden. Diese Rolle müssen wir weiter ausbauen.
Jochen Kleinhenz will noch einmal Herrn Düthmann kontaktieren, damit bei der nächsten RVB-Sitzung genügend Zeit eingeräumt wird, um die Tops von Hans-Jürgen Beck und Matthias Hart zu behandeln.

3.4 Aktivitäten sonstige
Nach wie vor besteht die Notwendigkeit, auch bei Radfahrenden ein stärkeres Bewußtsein zu fördern – Bewußtsein für die Gefahren, die vom Radverkehr für Schwächere ausgehen (Radeln auf Gehwegen, rücksichtsvolles Verhalten in der Fußgängerzone), aber auch stärkeres Selbstbewußtsein als gleichwertiger Verkehrsteilnehmer (»Du bist der Verkehr«, »10 Gebote des Radfahrens«). Die Überlegungen gehen dahin, Radfahrenden auf ihren täglichen Routen an markanten Stellen (häufig von Alltagsradlern passierte Stellen oder kritische Stellen wie Löwenbrücke) Infomaterial zu überreichen.

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